Die Bauernbefreiung und die beginnende Industrialisierung des 19. Jahrhunderts brachten insbesondere den Menschen in den ländlichen Gebieten eine vorher nie dagewesene wirtschaftliche Freizügigkeit und Eigenständigkeit. Da sie in wirtschaftlichen Dingen völlig unerfahren waren, gerieten sie bald in die Hände skrupelloser Wucherer, wurden übermäßig verschuldet, verloren dadurch ihren Besitz und gerieten in Armut.

„Hilfe durch Selbsthilfe"

Veranlasst durch die Not der armen Bevölkerung gründete Friedrich Wilhelm Raiffeisen als junger Bürgermeister im Hungerwinter 1846/47 in Weyerbusch den „Verein für Selbstbeschaffung von Brot und Früchten". Mit Hilfe privater Spenden ließ er Mehl kaufen, In einem selbsterbauten Backhaus wurde Brot gebacken, das auf Vorschuss an die Bedürftigen verteilt wurde. Der Brotverein sowie der 1849 gegründete Flammersfelder Hilfsverein und der Heddesdorfer Wohltätigkeitsverein von 1854 waren vorgenossenschaftliche Zusammenschlüsse auf karitativer Grundlage.
Nachdem Raiffeisen erkannt hatte, dass auf Dauer eine erfolgreiche Arbeit nur durch gemeinschaftliche Selbsthilfe wirksam sein konnte, gründete er 1864 den Wohltätigkeitsverein in den Heddesdorfer Darlehnskassen-Verein um. Das war die erste ländliche Genossenschaft.
Seine Erfahrungen legte Raiffeisen 1866 in dem Buch nieder: „Die Darlehnskassen-Vereine als Mittel zur Abhilfe der Not der ländlichen Bevölkerung sowie auch der städtischen Handwerker und Arbeiter." Das Buch ist in acht Auflagen erschienen und hat in der ganzen Welt Verbreitung gefunden. Im Laufe der Jahre und Jahrzehnte entwickelte sich auf der Grundlage der Ideen von Raiffeisen eine bis heute leistungsfähige und für die Landwirtschaft unentbehrliche Raiffeisen-Organisation.

Wirkungsstätten von F.W.Raiffeisen

Die Idee

F.-W. Raiffeisen

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