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Habt ihr euch schon mal gefragt, warum unsere Schule den Namen von Friedrich-Wilhlem Raiffeisen trägt? Warum es bei uns im Ort eine Raiffeisenstraße gibt und sogar ein Raiffeisenmuseum?

Friedrich-Wilhelm Raiffeisen wurde im Jahr 1818 bei uns in Hamm/Sieg geboren. Und weil sein Name fast überall auf der Welt bekannt ist, sind wir hier in Hamm sehr stolz auf diesen weltberühmten „Hämmscher“.

Sein Bild hängt auch bei uns in der Schule im Flur. Habt ihr es schon mal gesehen?
Weshalb ist Friedrich Wilhelm Raiffeisen so bekannt?

Vor über 200 Jahren waren die Leute bei uns im Westerwald sehr, sehr arm. Die Bauern mussten oft hungern, weil sie kaum Möglichkeiten hatten, Geld zu verdienen.

Die Straßen waren so schlecht und gefährlich, dass die Bauern ihre geringe Ernte nur unter großen Schwierigkeiten zum Markt bringen konnten, um die Waren zu verkaufen.
Sie hatten auch kein Geld, um sich Maschinen für die Landwirtschaft zu kaufen und besaßen meistens nur ein paar Hacken.

Es gab so gut wie keine Möglichkeit, einen anderen Beruf zu lernen als den des Bauern, weil die Kinder in halb verfallenen, dunklen Dorfschulen saßen, wo sie kaum etwas lernten.

Friedrich Wilhelm dachte viel über die Probleme der Leute nach.

Die Ideen von Friedrich Wilhelm Raiffeisen

Ich habe Glück gehabt, dass ich von meinem Patenonkel ganz viel lernen konnte!

Mein Freund ist genauso schlau wie ich. Aber er hat nur die einfache Dorfschule in Hamm besucht und kann deshalb keine Ausbildung machen. Er muss ein armer Bauer bleiben.

Es wäre gut, wenn jedes Kind genug lernen könnte, um den Beruf zu lernen, den es möchte. Man müsste bessere Schulen bauen!

Die Straßen vom Westerwald an den Rhein sind furchtbar schlecht und gefährlich!

Ganz oft passiert es, dass die Bauern mit ihren Wagen im Schlamm stecken bleiben und ihnen alles auf der Straße umkippt. Die Ware kommt deswegen oft kaputt oder dreckig auf dem Markt an, und dann bekommen die Bauern weniger Geld dafür.

Es wäre gut, wenn die Bauern schneller und sicherer in die nächste Stadt kommen könnten. Man müsste gute Straßen bauen!

Die Bauern im Westerwald sind arm. Sie können sich keine Maschinen oder Werkzeuge leisten, die ihnen die Arbeit leichter machen.

Es wäre gut, wenn die Bauern sich zu fairen Bedingungen Geld leihen könnten, um Werkzeug zu kaufen. Man müsste den Bauern helfen, sich die Sachen gemeinsam zu kaufen und sie sich dann zu teilen.

Zum Glück hatte Friedrich Wilhelm bei seinem Patenonkel mehr Schulunterricht erhalten als die anderen Kinder in Hamm, sodass er Bürgermeister in verschiedenen Orten im Westerwald werden konnte.

Und als Bürgermeister hatte er die Möglichkeit, etwas gegen die Probleme der Bauern zu unternehmen:

Friedrich Wilhelm ließ Schulen und Straßen bauen und er gründete mit den Bauern Genossenschaften.

Was ist eine Genossenschaft?
Ich brauche einen Pflug, um mein Feld besser bearbeiten zu können. Aber der Pflug ist so teuer!
Ich kann ihn mir nicht leisten.
Meinem Nachbarn geht es genauso. Wir sind beide zu arm, um den Pflug zu kaufen.

Ich hätte da eine Idee! Was einer alleine nicht schafft, das schaffen viele: Warum gründest du nicht mit deinem Nachbarn eine Genossenschaft? Legt euer Geld zusammen, kauft euch den Pflug gemeinsam und leiht ihn euch dann gegenseitig aus! Und vielleicht wollen auch noch ein paar andere Nachbarn mitmachen? Dann wird es noch einfacher für euch, den Pflug zu kaufen.

Die Idee der Genossenschaft funktioniert natürlich nicht nur mit Pflügen, sondern auch mit vielen anderen Dingen, sodass sich Raiffeisens Idee auf der ganzen Welt verbreitet hat. Heute lassen sich überall Genossenschaften finden:
  • Die Supermärkte von EDEKA sind alle Teil einer Genossenschaft. Sie kaufen die Waren, die sie im Laden verkaufen, gemeinsam bei den Produzenten ein. Eine weitere bekannte Supermarktgenossenschaft ist REWE.
  • Viele Bäcker kaufen die Zutaten für ihre Brote und Kuchen zusammen in großen Mengen ein und teilen sie sich dann auf. Ihre Genossenschaft heißt BÄKO.
  • Viele Winzer verkaufen ihren Wein gemeinsam als Winzergenossenschaft.
  • Bauern verkaufen gemeinsam ihre Milch über eine Genossenschaft oder sie kaufen zusammen Futter für ihre Tiere in den „Raiffeisenmärkten“.
  • Die Volksbank oder auch Raiffeisenbank ist eine Genossenschaft. Jeder, der dort ein Sparbuch hat, ist auch ein ganz kleines bisschen Mitbesitzer der Bank.

Das sind nur wenige Beispiele von ganz vielen. Die Idee von Friedrich Wilhelm ist also bis heute erfolgreich. Deshalb ist er weltberühmt und der Namensgeber unserer Schule.